THEMATISCHES

Buchtipp: Oskar und die Dame in Rosa

Die Erzählung des Schrift­stellers Eric-Em­manuel Schmitt handelt von einem zehn­jährigen Jungen, der an Leu­kämie er­krankt ist. Oskar weiß, dass er nicht mehr lange zu leben hat, aber seine Eltern tun alles, um das Thema Tod zu vermei­den. Im Kranken­haus findet Oskar eine Gesprächs­part­nerin, die den Mut hat, gemein­sam mit ihm über seine Fragen nach­zuden­ken. Eine der ehren­amt­lichen Helfe­rinnen in der Kinder­klinik – man nennt diese „Damen in Rosa“, weil sie rosa Kittel tragen – wird für ihn zu „Oma Rosa“. Sie rät, Oskar sich jeden ver­bleiben­den Tag wie zehn Jahre vor­zustel­len und jeden Tag einen Brief an Gott zu schreiben.

Lieber Gott, ich heiße Oskar, ich bin zehn Jahre alt […] „Man nennt mich Eier­kopf, ich sehe aus wie sieben, ich bin im Kranken­haus wegen mei­nem Krebs, und ich habe noch nie mit Dir geredet, weil ich näm­lich nicht daran glaube, dass es Dich gibt.“ Bloß, wenn ich so was schreibe, reiße ich mich nur selber rein, dann wirst Du Dich wohl kaum für mich interes­sieren. Wo ich doch Dein Inte­resse nötig habe.

„Oskar und die Dame in Rosa“ ist ein uner­schrocke­nes Buch, das Mut macht, schlim­me Situa­tionen anzu­nehmen.

Eric-Emmanuel Schmitt
Oskar und die Dame in Rosa
Fischer Taschenbuch Verlag

Kann man „richtig“ trauern?

Die Bro­schüre „Ich bin in Trauer. Wie ver­halte ich mich?“ greift Fra­gen von Be­trof­fenen auf und bietet Er­fah­rungen an – keine An­wei­sungen, wie man sich zu ver­halten hat.

Thematisch ist das Spektrum weit gesteckt: „Welche Form der Bestattung ist sinnvoll?“, „Kinder mitnehmen?“ und „Den verstorbenen Menschen noch einmal anschauen?“ sind nur einige Beispiele. Es geht zudem um Fragen zum Tag der Bestattung: das Verhalten vor und in Kapelle oder Trauerhalle, Rituale am Grab und den Umgang mit Kondolenz sowie den Sinn eines Kaffeetrinkens nach der Beerdigung.

Ein wenig Hilfestellung kann trauernden Menschen guttun und ihre Last erträglicher machen.
Wenn Sie Interesse an dieser Informationsschrift haben, können Sie gerne ein Exemplar bei uns anfordern:

0201 . 858030 | info@bestatter-in-essen.de

Buchtipp: Paul ist tot. Witwengeschichten.

Für die meisten Frauen ist der Tod des Ehemanns ein Schock. Er erschüttert die eigene Existenz, wirft aber auch ganz alltägliche Fragen auf. In Deutschland leben über fünf Millionen Witwen, doch kaum einer nimmt sie in der Gesellschaft wahr, denn Tod und Trauer zählen oft noch zu Tabuthemen.

Regine Schneider lässt in ihrer Kurzgeschichtensammlung über 20 Frauen aller Altersschichten zu Wort kommen, die alle grundverschieden sind, doch eines gemeinsam haben: Sie haben ihren Mann verloren. Die Autorin schreibt erfrischend ehrlich, manchmal komisch, immer ungeniert und somit gelingt ihr ein etwas „anderes“ Trostbuch zum Lachen und Weinen.

Regine Schneider
Paul ist tot. Witwengeschichten.
Osburg-Verlag

Buchtipp: Ente, Tod und Tulpe 

Irgendwann stellt jedes Kind die Frage nach dem Tod. Das Bilderbuch von Wolf Erlbruch kann helfen, sich mit dieser Frage auseinanderzusetzen. In „Ente, Tod und Tulpe“ ist der Tod ein leichtfüßiger Begleiter, der der Ente bereitwillig auf Ihre Fragen Auskunft gibt.

Schon länger hatte die Ente so ein Gefühl. »Wer bist du und was schleichst du hinter mir her?« »Schön, dass du mich endlich bemerkst«, sagte der Tod. »Ich bin der Tod.« Die Ente erschrak. Das konnte man ihr nicht übel nehmen. »Und jetzt kommst du mich holen?« »Ich bin schon in deiner Nähe, so lange du lebst nur für den Fall.« »Für den Fall?« fragte die Ente. »Na, falls dir etwas zustößt. Ein schlimmer Schnupfen, ein Unfall, man weiß nie.«

Filmtipp: Nur Wolken bewegen die Sterne 

Die 11-jährige Maria wird mit dem Tod ihres kleinen Bruders konfrontiert. Zunächst zieht sich Maria in sich selbst zurück. Durch den gleichaltrigen Jungen Jakob gelingt es ihr schließlich ihre Trauer zu verarbeiten.

Das vielfach preisgekrönte Regiedebüt der Norwegerin Torun Lian entstand nach ihrem gleichnamigen Roman.

„Obwohl die Trauer um den Krebstod eines kleinen Jungen im Zentrum steht, ist dieser bewegende Kinderfilm durch und durch lebensbejahend.“
Cinema 2000-06

Filmtipp: NOKAN. Die Kunst des Ausklangs 

Das Leben spielt einem oft übel mit. Just hat sich Daigo ein extrem teures Cello für Unsummen von Yen gekauft, da wird sein Orchester auch schon aufgelöst. Noch bitterer; er muss sich eingestehen, dass er all seine Ausgaben nur deswegen gemacht hat, um sein fehlendes Talent für sich selbst zu kompensieren. Arbeits- und mittellos ist er gezwungen mit seiner kürzlich Angetrauten in das Haus seiner Mutter aufs Land zu ziehen. Dort liest er aber schon bald in einer Zeitung von einem Jobangebot, welches sich gar nicht so schwierig anhört: Begleiten Sie Personen.

Daigo lässt es auf einen Versuch ankommen und eilt am nächsten Tag zum Office. Dort muss er entsetzt feststellen, dass es sich um ein Begräbnisunternehmen handelt. Voller Abscheu will er das Angebot abschlagen, doch Ikuei Sasaki, der Boss, hat ihn schon angestellt - ohne seinen Lebenslauf auch nur eines Augenblicks zu würdigen - und drückt ihm ein Bündel Geldscheine, quasi als Vorschuss, in die Hand.

Die ersten Aufgaben sind niederschmetternd, doch als Daigo zum ersten Mal seinen Chef sieht, wie er eine Tote nach dem japanischen Sterbe-Ritual mit einer - man könnte sagen - heilig anmutenden Professionalität behandelt, ändert er langsam seine Einstellung und erkennt eines: Der Respekt gegenüber den Toten erweckt selbst eine gestorbene Liebe wieder zu neuem Leben…

Der Film des japanischen Regisseurs Yojiro Takita wurde 2009 mit dem Oscar in der Kategorie: Bester fremdsprachiger Film ausgezeichnet.

Buchtipp: Kindern bei der Trauerarbeit helfen 

Wie spreche ich mit meinem Kind über das Thema Tod?

Das ansprechend illustrierte Buch bietet Eltern einen Leitfaden für die wirksame Unterstützung ihrer Kinder beim Abschiednehmen, während der Bestattung und in der Zeit der Trauer. Es enthält Informationen über den Trauerprozess und die Verlustbewältigung bei Kindern aller Altersstufen.

Buchtipp: Abschied von Opa Elefant 

Eine Bilderbuchgeschichte über den Tod ab 3 Jahren. Opa Elefant verabschiedet sich von seinen Enkelkindern. Er erklärt ihnen, dass er sterben und nicht zurückkommen wird. Die Elefantenkinder überlegen, was wohl passiert, wenn man gestorben ist.

Für viele Eltern und Kinder wird der Tod erst ein Thema, wenn er eingetreten ist. Nicht so in dieser Geschichte. Da weiß der alte Elefant - wie alle Vertreter seiner Gattung - schon vorher, dass seine Zeit gekommen ist und nimmt daher Abschied von seinen Lieben. Die Enkel haben daraufhin eine ganz große Frage: Wohin geht man, wenn man gestorben ist?

Alle haben sie bestimmte Vorstellungen davon - und alle sind verschieden. Der eine meint, dass man auf den Wolken spazieren geht und mit den Engeln Musik macht. Der zweite, dass man sich in etwas Neues verwandelt. Die dritte, dass man als das wiedergeboren wird, was man war (in diesem Fall ein Elefant). Dann gibt es einen, der davon spricht, dass man zu Staub wird - was vehement von einer bestritten wird, die sagt, dass nur der Körper stirbt, die Seele aber bleibt bis in alle Ewigkeit ...

Am Ende fasst der Großvater all diese Gedanken so zusammen, dass er den Tod als großes Geheimnis beschreibt, das jeder selbst entdecken muss. Sagt aber auch ganz deutlich, dass er die, die ihn lieben, in ihren Träumen besuchen wird und sie ihn in ihren Gedanken sehen können werden.

Das Buch stellt verschiedene Vorstellungen zum Tod und dem, was danach kommt ohne jede Wertung nebeneinander. Miriam Cordes setzt mit ihren ausdrucksstarken Bildern liebevoll, aber durchaus auch ein wenig frech und verwegen die unterschiedlichen Ideen der Elefantenmädchen und -jungen farbenfroh um.

Buchtipp: Ballade vom Tod 

"Es war einst ein König, mächtig und groß, den ließ seine Furcht vor dem Tod nicht mehr los."

Der König grübelte lange darüber nach, warum wir sterben müssen. Keiner der Gelehrten wusste eine Antwort. Doch dann hatte er eine glänzende Idee. Als der Tod kommt, um einen alten, kranken Mann zu holen, lässt der König ihn in einen gläsernen Käfig sperren, so dass er niemanden mehr mitnehmen kann. Das Volk ist glücklich und feiert ausgelassen. Das Fest will kein Ende nehmen, aber schließlich schlägt die anfängliche Begeisterung um. Und auch der Platz wird immer knapper, da weiter Kinder geboren werden, aber niemand mehr stirbt. Da hilft nur eines: Der Tod muss wieder befreit werden.

„Die Ballade vom Tod” ist eine zeitgenössische, ausgesprochen pragmatische Antwort auf die Frage von Kindern nach dem Thema Tod, die allen komplizierten Antworten eine klare, einfache Antwort gegenüberstellt. Dabei wird auch die Fragwürdigkeit eines „ewigen Lebens” angesprochen und gleichzeitig vermittelt, dass Tod und Leben untrennbar zusammengehören.

Ein Bilderbuch ab 4 Jahren zum Thema Tod und Sterben aus dem Niederländischen von Rolf Erdorf, illustriert vom Südafrikaner Piet Grobler.

Buchtipp: Der alte Bär muss Abschied nehmen 

Ein Bilderbuch von Udo Weigelt und Cristina Kadmon für Kinder ab 4 Jahren.

Der alte Bär ist krank und liegt im Sterben. Doch bevor er diese letzte große Reise antritt, verabschiedet er sich von seinen Freunden.

Der kleine Fuchs möchte ihn begleiten, doch diese letzte Reise, so erklärt der Bär, muss jeder alleine antreten. Der kleine Fuchs versteht das nicht und hat noch sooo viele Fragen! Er ist verwirrt, traurig und sogar ein wenig böse auf den Bären, weil er ihn und seine Freunde allein lassen wird. Der Bär war immer da und er kann und will sich nicht vorstellen, wie es ohne ihn sein wird... Und überhaupt, was soll das eigentlich, dass man stirbt? Und was ist denn dann, wenn man tot ist?

Deshalb schleicht er noch einmal zu dem Bären, um mit ihm ein langes letztes Gespräch zu führen...

Buchtipp: Mein trauriges Buch 

Wie lebt man mit Traurigkeit?

Michael Rosen ist einmal sehr traurig gewesen, als sein Sohn Eddie mit 18 Jahren starb. In diesem Buch schreibt er über seine Traurigkeit, wie sie ihn überwältigt, wie sie ihn manchmal aber auch sehr zornig macht, wie er gelernt hat, mit ihr zu leben. Er hat eine sehr persönliche, aber auch universelle Geschichte geschrieben. Quentin Blake begleitet sie mit Bildern. - Wirklich heiter können wir nur werden, wenn wir auch lernen, traurig zu sein.

Michael Rosen versucht Trost zu finden, denkt sich Strategien aus, um seiner Traurigkeit zu entkommen. Er hat eine sehr persönliche, aber auch universelle Geschichte geschrieben.

Buchtipp: Der Himmel soll warten 

Das erste Weihnachtsfest ohne Omalotte steht bevor. Julian und Greta vermissen ihre Großmutter sehr, und dass ihre Mutter jetzt überall von ihrem neuen Freund, diesem Michael begleitet wird, macht es auch nicht gerade besser. Da hat Greta eine Idee: Eigentlich müssen sie sich doch nur dermaßen danebenbenehmen, dass Omalotte von ihrer Wolke aus sieht, wie schlecht ihre Enkel ohne sie zurechtkommen. Dann kehrt sie sicher wieder auf die Erde zurück. So bemühen sich beide, so frech wie möglich zu sein. Von Omalotte keine Spur. Julian beschließt, dass er sie persönlich aus dem Himmel zurückholen muss.

Katja Henkel erzählt in diesem Bilderbuch für Kinder ab mit viel Spritzigkeit und Natürlichkeit einmal durch den Kindermund der kleinen Greta und in einem zweiten Erzählstrang aus der Perspektive von Omalotte, die im sogenannten “Zwischenhimmel” weilt und das Geschehen auf der Erde beobachtet. Das Buch regt immer wieder zum Lächeln und Nachdenken an. Es greift Fragen auf, die Kinder sich zum Thema Tod stellen können: Wie sehen eigentlich Engel aus? Wird im Himmel auch Weihnachten gefeiert?

Katja Henkels Kinderbuch kann eine Brücke im Gespräch zwischen den Generationen bauen. Voller Intensität und mit Humor beschreibt sie in ihrer fantasiereichen und doch emotional nachvollziehbaren Geschichte den Verlust eines Menschen und den langsamen Prozess des Loslassens.

„Ich hätte gerne gehabt, dass man mit dem Thema Tod so umgeht, wie es in dem Buch steht. Auch mit einer gewissen Leichtigkeit, weil das einfach zum Leben dazugehört und ohne Tod gäbe es auch kein Leben. Dass man sich so einfach ein bisschen diese Menschen bewahrt, die schon noch da sind, obwohl sie nicht mehr auf der Erde sind und aber auch weiß, man muss sie auch gehen lassen, man kann die nicht immer festhalten, in Gedanken, man muss sie irgendwann auch gehen lassen.” Katja Henkel